Interview

Mit diesen Bildern lässt sich gut Leben

Eindeutig im grünen Bereich – 60 x 80

Wie entsteht moderne Malerei, wie kommt es zu Bildern mit Spannung und was bewegt den Künstler oder die Künstlerin im Entstehungsprozess? Neugierig sprach genussmaenner.de exemplarisch mit der Berliner Malerin Monika Heintze, die seit Jahrzehnten ihre Antworten mit Kraft und Energie farbenfroh auf Leinwand bannt.

genussmaenner.de:
Frau Heintze, Sie sind über lange Jahre hinweg als Künstlerin erfolgreich. Was mögen die Menschen an Ihren Bildern?

Monika Heintze:
Es sind vor allem drei Dinge, die mir von Betrachtern immer wieder gesagt werden: Meine Art zu malen, also mein Mal-Stil wird als ungewöhnlich, interessant und anziehend empfunden. Zum Anderen lasse ich dem Betrachter viel Raum für eigene Interpretationen. Somit wird ihm eine persönliche Beziehung zum Dargestellten möglich, ein Prozess also, der häufig positive Gefühle hervorruft. Und nicht zuletzt lässt es sich mit meinen Bildern gut leben. Ich meine damit, dass sie ein Stück Zeitgeschmack spiegeln, sich in stimmiger Farbgebung bewegen und damit einen weit gefassten Käuferkreis ansprechen.

genussmaenner.de:
Das führt uns zu der Frage: Für wen malen Sie?

Monika Heintze:
In erster Linie male ich für mich selbst! Malen ist mein Ausdruck von „Mich-spüren“ und lebendig fühlen. Durch die stets wiederkehrende Erfahrung jedoch, dass meine Bilder auch viele andere Menschen stark berühren und während der letzten drei Jahrzehnte immer wieder neue Arbeiten erfragt bzw. erworben wurden, gibt mir das natürlich Auftrieb und Impuls, mich ständig weiter zu verwirklichen.

So bedeutet es auch Sinn und Glück für mich, wenn z. B. Eltern ihren Kauf damit begründen, dass ihre Kinder unter meinen Bildern aufwachsen sollen. Oder wenn mir gesagt wurde: „Ohne Ihre Bilder hatten wir ein Zimmer – nun jedoch haben wir einen Raum!“.

Feuer und Flamme II – 120 x 140

genussmaenner.de:
Betrachtet man Ihre Bilder, so stolpert Mann (…) über deren Namen: Wie entstehen diese Titel?

Monika Heintze:
Einige Titel entstehen während der Arbeit des Malens, andere ergeben sich später oder wollen gesucht und gefunden werden. Die Titel sind Angebote, sich dem Bilde zu nähern. Da ich keine konkreten, festgelegten Inhalte wiedergebe, gibt es immer mehrere Deutungsmöglichkeiten, die sich ebenso im Titel widerspiegeln.

genussmaenner.de:
Woher kommen Ihnen immer wieder neue Ideen für Ihre Malerei?

Monika Heintze:
Jedes neue Bild ist in meiner Vorstellung zunächst ein entfernter Umriss, ein Gebilde, das nach mehrschichtigen Farbaufträgen langsam geweckt und an die Oberfläche gehoben wird. Dabei befinde ich mich wie in einem riesigen Haus: Ich entdecke verborgene Türen und öffne sie behutsam. So ist also jeder Beginn weniger die „neue Idee“, sondern der lang andauernde Prozess eines strittigen Dialoges mit Formen und Farben, mit Suchen, Erkennen, Halten und Lösen. Und das ist „das jedes Mal wieder Neue“, auch Aufregende, Anstrengende und das ganz Wunderbare.

genussmaenner.de:
Frau Heintze, wie lange malen Sie eigentlich schon?

Monika Heintze:
Damit angefangen habe ich engagiert im Alter von ungefähr 16 Jahren. Es folgte die Meisterschule für das Kunsthandwerk, später Paris und dann sehr schnell drei Kinder und damit ein völlig anderer Lebensabschnitt. So richtig losgelegt habe ich dann erst mit 40 Jahren und bald folgte eine Ausstellung nach der anderen. Und ich befand mich in einer Art Mal-Rausch, ein Zustand der mir bis heute vertraut geblieben ist.

Ins Licht gehoben III – 100 x 80

genussmaenner.de:
Gibt es Malerkollegen oder –kolleginnen, die Sie verehren?

Monika Heintze:
Das ist einmal die französische Malerin Marie Javouhey, deren zauberhaft verspielte Ölgemälde mit ihren feinsinnig-subtilen Farbgebungen mir jedes Mal das Herz öffnen. Und zum anderen der Berliner Maler Thomas Kleemann. Seine Arbeiten verschlagen mir jedes Mal den Atem in ihrer Perfektion!

genussmaenner.de:
Wollen Ihre Bilder etwas zeigen oder etwas verstecken?

Monika Heintze:
Wahrscheinlich wollen sie beides – scheinbar Gegensätzliches bedeutet nicht unbedingt Widerspruch! Aber lassen Sie doch das den Betrachter selbst entscheiden. Oder die Leser und Leserinnen von genussmaenner.de, in dem Sie hier einen Blick auf meine kleine Bilder-Ausstellung im Internet werfen!

genussmaenner.de:
Frau Heintze, vielen herzlichen Dank!

Das Interview führte für genussmaenner.de Günther Dorn

Abbildung des Intervies mit freundlicher Erlaubnis von genussmaenner.de
Copyright & Erstveröffentlichung: genussmaenner.de